Viele Putts gehen nicht wegen der Technik daneben, sondern weil das Grün anders fällt, als es aussieht. Von der Mitte des Fairways wirkt ein Grün flach. Steht man darauf, sieht man plötzlich, dass die Fahne auf einer Kuppe steckt. Eine Grün-Heatmap zeigt das schon vorher: wo das Grün hoch und tief ist, wohin es fällt und wie stark.

Hier ist, wie so eine Heatmap entsteht, wie man sie liest und was sie nicht kann.

Woher die Höhen kommen

Ein Grün ist meist nur wenige hundert Quadratmeter groß, und die Höhenunterschiede darauf liegen im Bereich von Zentimetern bis knapp einem Meter. Dafür reichen Satellitendaten nicht. Wir nutzen Laserscan-Geländemodelle, in Deutschland das DGM1 der Landesvermessung mit einem Meter Raster. Daraus berechnet unsere Platz-KI für jedes Grün Höhe und Neigung in einem Raster von einem Meter.

Ein Beispiel: Das Grün an Bahn 1 in Oberstaufen-Steibis ist 268 Quadratmeter groß und 30 Meter tief. Es hat 0,74 Meter Höhenunterschied, fällt im Durchschnitt mit 3,5 Prozent, an den steilsten Stellen mit über 7 Prozent, und zwar grob Richtung Norden.

So lesen Sie die Heatmap

Grün-Heatmap an Bahn 1 mit Farbskala von tief nach hoch und weißen GefällepfeilenGrün an Bahn 1 mit gesetzter Fahne und 18 m Distanz zur Fahne
Links das Grün mit Gefällepfeilen, rechts mit gesetzter Fahne: 18 m bis zum Loch.
  • Farben: Blau ist tief, Rot ist hoch. Die Skala unten im Bild reicht von „tief“ bis „hoch“. Wo die Farben dicht aufeinanderfolgen, ist das Grün steil.
  • Pfeile: Mit „Gefälle“ blenden Sie Pfeile ein, die in Fallrichtung zeigen.
  • Kennzahlen: Oben stehen der Höhenunterschied des ganzen Grüns und die durchschnittliche Neigung, zum Beispiel „0,4 m · 2,1 %“.
  • Fahne setzen: Tippen Sie aufs Grün, wo die Fahne heute steckt. Die App zeigt die Distanz bis zur Fahne und die Linie dorthin. „Fahne in die Mitte“ setzt sie zurück.

Vom Bild zur Puttlinie

Die Heatmap ersetzt nicht das Lesen auf dem Grün, aber sie sagt Ihnen, wonach Sie suchen müssen. Drei Regeln helfen:

  1. Die Falllinie finden. Durch jedes Loch läuft eine Linie, auf der es genau bergab geht. Putts auf dieser Linie laufen gerade. Je weiter Ihr Ball seitlich davon liegt, desto mehr bricht er.
  2. Bergauf ist freundlicher. Bergauf-Putts dürfen fester gespielt werden, der Hang bremst. Bergab-Putts brauchen Gefühl, weil der Ball am Loch vorbei weiterläuft.
  3. Der Ball bricht am meisten, wenn er langsam wird. Also kurz vor dem Loch. Deshalb lohnt es sich, das Gefälle rund ums Loch genauer anzuschauen als in der Mitte der Strecke.

Schon beim Annäherungsschlag hilft die Heatmap: Liegt die Fahne knapp hinter einer Kuppe, ist die sichere Seite oft die, von der aus Sie bergauf putten.

Neigung in Prozent: was ist viel?

Ein Prozent Neigung heißt: ein Zentimeter Höhenunterschied auf einem Meter. Als grobe Orientierung gilt: Bis etwa zwei Prozent spürt man das Gefälle kaum mit den Füßen, sieht es aber deutlich am Ballweg. Ab etwa drei Prozent wird es für Fahnenpositionen anspruchsvoll, darüber laufen Bälle bei schnellen Grüns leicht vom Loch weg. Wie stark ein Putt tatsächlich bricht, hängt zusätzlich von der Grüngeschwindigkeit ab, und die ändert sich mit Wetter und Pflege jeden Tag.

Grenzen der Heatmap

Ehrlich gesagt: Eine Heatmap ist ein sehr gutes Werkzeug, aber kein Zauber.

  • Ein Meter Raster zeigt Hänge und Kuppen, aber keine kleinen Wellen von wenigen Zentimetern Breite.
  • Grüns verändern sich. Wird ein Grün umgebaut, stimmen die Höhen erst wieder, wenn neue Laserscan-Daten vorliegen.
  • Geschwindigkeit fehlt. Die Heatmap zeigt das Gefälle, nicht wie schnell das Grün heute ist.

Auf der Uhr und auf dem iPhone

Die Grün-Heatmap gehört zum DeepSwing Golfplatz-GPS, das auf dem iPhone kostenlos ist. Auf der Apple Watch lässt sich die Heatmap mit Gefällepfeilen ebenfalls einblenden. Zusammen mit der Plays-like-Distanz für den Annäherungsschlag haben Sie so die beiden Zahlen, die auf dem Weg zum Grün am meisten zählen.

Häufige Fragen

Was zeigt eine Grün-Heatmap?

Die Höhe jedes Punkts auf dem Grün als Farbe, von tief (blau) bis hoch (rot), dazu auf Wunsch Pfeile in Fallrichtung. So sehen Sie Kuppen, Senken und die Falllinie vor dem Putt.

Wie genau sind die Grün-Daten?

Sie stammen aus Laserscan-Geländemodellen mit einem Meter Raster. Gegen das amtliche Original liegen unsere Höhen 0,01 Meter daneben. Kleine Wellen unter einem Meter Breite bildet das Raster nicht ab.

Darf ich die Heatmap im Turnier benutzen?

In zählenden Turnierrunden sind solche detaillierten Grünkarten nach den Golfregeln nicht erlaubt. Zur Vorbereitung, auf der Proberunde und in privaten Runden können Sie sie nutzen.

Kostet die Grün-Heatmap extra?

Nein. Sie ist Teil des Golfplatz-GPS, das auf dem iPhone kostenlos ist. Für die Apple Watch gibt es ein GPS-Abo für 29,99 € im Jahr.

Grüns lesen, bevor Sie da sind: DeepSwing Golfplatz-GPS.