Nach dem ersten Schlag mit einem Launch Monitor stehen plötzlich zehn Zahlen auf dem Bildschirm. Manche davon sagen viel über Ihren Schwung, andere vor allem etwas über den Ball. Hier ist, was jede Zahl bedeutet, welche Werte man im Blick behalten sollte und wie aus den Zahlen bessere Schläger-Entscheidungen auf dem Platz werden.

Als Beispiel dient das Titelbild oben: ein 7er-Eisen im DeepSwing Launch Monitor mit 123 Metern Carry, 156 Metern Gesamtweite, 159 km/h Ballgeschwindigkeit, 15,8 Grad Abflug und 2,6 Grad Startrichtung nach links.

Ballgeschwindigkeit

Die Ballgeschwindigkeit ist der wichtigste einzelne Wert für die Weite. Sie hängt von zwei Dingen ab: wie schnell der Schlägerkopf ist und wie gut Sie den Ball treffen. Ein Treffer an der Spitze oder an der Ferse kostet Ballspeed, auch wenn der Schwung gleich schnell war.

Schlägerkopf-Geschwindigkeit

Die Schlägerkopf-Geschwindigkeit misst, wie schnell der Kopf kurz vor dem Treffmoment ist. Sie ist das Potenzial Ihres Schwungs. Wer Weite gewinnen will, arbeitet entweder an diesem Wert oder daran, mehr davon in den Ball zu bringen. Und genau das zeigt der nächste Wert.

Smash-Faktor

Der Smash-Faktor ist Ballgeschwindigkeit geteilt durch Schlägerkopf-Geschwindigkeit. Im Kamerabild unseres Artikels Launch Monitor ohne Radar fliegt der Schlägerkopf mit 145 km/h und der Ball mit 186 km/h davon: 186 geteilt durch 145 ergibt einen Smash-Faktor von 1,28.

Als Richtwerte gelten beim Driver bis etwa 1,50, mehr lassen die Regeln für die Federwirkung der Schlagfläche kaum zu. Bei mittleren Eisen liegt ein guter Treffer eher um 1,3 bis 1,4, bei Wedges darunter. Ein schwankender Smash-Faktor ist fast immer ein Zeichen für wechselnde Treffpunkte auf der Schlagfläche.

Abflugwinkel

Der Abflugwinkel ist der vertikale Winkel, mit dem der Ball startet. Er hängt vom Loft des Schlägers ab, aber auch davon, wie Sie ihn im Treffmoment präsentieren: Hände vor dem Ball senken den Abflug, ein Schaufeln erhöht ihn. Beim Driver bringt ein höherer Abflug mit wenig Spin oft mehr Weite, besonders bei langsameren Schwunggeschwindigkeiten.

Startrichtung

Die Startrichtung ist der horizontale Winkel gegenüber Ihrer Ziellinie, also wie viel Grad links oder rechts der Ball losfliegt. Sie wird vor allem von der Stellung der Schlagfläche bestimmt. Damit dieser Wert stimmt, muss der Launch Monitor sauber auf die Ziellinie ausgerichtet sein. In DeepSwing legen Sie dafür einen Schläger aufs Ziel und drehen das Stativ, bis die gelbe Linie daran entlangläuft.

Spin

Der Rückwärtsdrall bestimmt, wie hoch der Ball steigt und wie schnell er nach der Landung liegen bleibt. Die Neigung der Drehachse entscheidet über Draw und Fade. Ein Hinweis zur Ehrlichkeit: DeepSwing misst den Spin nicht direkt, sondern schätzt ihn aus Schläger, Geschwindigkeit und Abflug und kennzeichnet ihn in der App als geschätzt.

Carry und Gesamtweite

Carry ist die Strecke, die der Ball in der Luft zurücklegt. Die Gesamtweite enthält zusätzlich Aufsprung und Ausrollen, die je nach Boden stark schwanken. Deshalb gilt: Für die Schlägerwahl zählt die Carry-Weite. Über einen Bunker vor dem Grün kommt der Ball nur in der Luft.

Scheitelhöhe und Landewinkel

Die Scheitelhöhe ist der höchste Punkt der Flugbahn, der Landewinkel der Winkel, mit dem der Ball wieder aufkommt. Je steiler der Ball landet, desto schneller bleibt er liegen. Für Eisen, die auf dem Grün halten sollen, gilt ein Landewinkel von rund 45 Grad und mehr als gutes Zeichen. Flache Landewinkel rollen weiter, was beim Driver erwünscht sein kann.

DeepSwing Launch Monitor auf dem iPhone: Schlag auf der 3D-Range mit allen Messwerten
Alle Werte eines Schlags auf einen Blick, der Ball fliegt dazu auf der 3D-Range.

Die Werte auf einen Blick

Wert Was er sagt Woran Sie arbeiten
Ballspeed wie viel Energie im Ball ankommt Treffpunkt und Schwungtempo
Schlägerspeed Potenzial des Schwungs Technik, Beweglichkeit, Kraft
Smash-Faktor Qualität des Treffers Treffpunkt auf der Schlagfläche
Abflugwinkel Höhe des Starts Ballposition, Schaftneigung
Startrichtung Richtung des Starts Stellung der Schlagfläche
Spin Höhe, Kurve, Liegenbleiben Loft im Treffmoment, Schwungbahn
Carry Weite in der Luft Grundlage der Schlägerwahl
Landewinkel wie schnell der Ball liegen bleibt Abflug und Spin

Von den Zahlen zur Schlägerwahl

Der größte Nutzen eines Launch Monitors liegt nicht im einzelnen Rekordschlag, sondern in verlässlichen Weiten pro Schläger. So kommen Sie dahin:

  1. Zehn Bälle pro Schläger schlagen, nach dem Aufwärmen und mit normalem Schwung.
  2. Den Durchschnitt nehmen, nicht den besten Schlag. Der beste Schlag ist auf dem Platz die Ausnahme.
  3. Auf die Abstände schauen. Liegen zwei Schläger weniger als etwa zehn Meter auseinander oder klafft eine große Lücke, lohnt sich ein Blick auf die Schlägerzusammenstellung.
  4. Streuung beachten. DeepSwing zeigt pro Session, wie viele Bälle links, gerade und rechts gelandet sind. Eine enge Streuung ist auf dem Platz oft mehr wert als zehn Meter mehr.

DeepSwing speichert die Statistik pro Schläger und exportiert sie als PDF. Und das Golfplatz-GPS nutzt diese Weiten direkt: Auf der Bahn steht neben der Distanz der Schläger, der zu Ihrer Launch-Monitor-Weite passt. Wie das mit dem Höhenunterschied zusammenspielt, steht in Plays-like-Distanz.

Häufige Fragen

Welcher Launch-Monitor-Wert ist am wichtigsten?

Für die Weite die Ballgeschwindigkeit, für die Schlägerwahl die Carry-Weite. Der Smash-Faktor zeigt am schnellsten, ob ein Problem am Treffpunkt liegt.

Was ist ein guter Smash-Faktor?

Beim Driver bis etwa 1,50, bei mittleren Eisen um 1,3 bis 1,4. Wichtiger als der Spitzenwert ist, dass er von Schlag zu Schlag gleich bleibt.

Warum ist Carry wichtiger als die Gesamtweite?

Weil Hindernisse in der Luft überwunden werden müssen und das Ausrollen vom Boden abhängt, der auf jedem Platz und bei jedem Wetter anders ist.

Misst DeepSwing den Spin?

Nein, der Spin wird aus Schläger, Geschwindigkeit und Abflug geschätzt und in der App so gekennzeichnet. Ballspeed, Abflug, Richtung und Schlägerspeed werden gemessen.

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